Diät Test

20. Februar 2012 | Diäten im Test

Logi-Methode

In den letzten Jahren ist in dem Wissenschaftsbereich der Ernährung viel Bewegung gekommen. Bisherige unanfechtbare Dogmen geraten immer häufiger auf den Prüfstand. Die verschiedensten Ernährungspyramiden unterstreichen diese Entwicklung.

Waren es bisher die Fette, die das „Ernährungsübel“ darstellten, so sind es inzwischen die Kohlenhydrate, die in die Kritik geraten. Selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) aktualisierte ihre Lebensmittelpyramide, indem die Kohlenhydrate als ursprüngliche Pyramidenbasis in die zweite Stufe gerückt wurden. Mit dieser Korrektur versucht die DGE dem derzeitigen Wissensstand zu entsprechen, was ihr aber nur halbherzig gelungen ist. Befinden sich zum Beispiel die gesunden Öle und Nüsse immer noch in der 4. Stufe.

Auch der Diätmarkt reagierte auf diese Entwicklung. So erschienen unter anderem verschiedene Glyx Diäten und die von Dr. Nicolai Worm vertretene Logi Methode (Low Glycemic and Insulinemic Diet). Greifen die Glyx Diäten am glykämischen Index an, so wird bei Worms Logi Methode auf die Nahrungszusammensetzung aus der Steinzeit zurückgegriffen.

Der Status quo

Es wird geschätzt, dass 40 % der europäischen Bevölkerung an einer verzögerten Nahrungsmittelallergie leiden. Laktose-Intolleranz, Glutenunverträglichkeit, Weißmehlallergien, Fruktose-Malabsorbtion… Die Bevölkerung wird immer dicker und Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck nehmen rasant zu. Sind diese so genannten Zivilisationskrankheiten der Preis für unsere fortgeschrittene Gesellschaft? Das wäre wohl zu einfach! Nach Dr. Nicolai Worm liegt diese erschreckende Tendenz in unserer geschichtlichen Entwicklung. Und mit dieser These steht er nicht allein da.

Die Geschichte unserer Ernährung

Die menschliche Entwicklungsgeschichte ist von einem ca. 2 Millionen Jahren dauernden Sammler- und Jägerleben geprägt. Zu dieser Zeit bestand die Ernährung aus Fleisch, Insekten, Fisch, Kriech- und Wirbeltieren, Nüsse, Früchte, Pilzen, Beeren, Knollen, Wurzeln und Blüten. Vor ca. 800.000 Jahren wurde das Feuer nutzbar gemacht und durch das Erhitzen von Teilen der Nahrung erschlossen sich weitere Nahrungsquellen. Zu dieser Zeit lag eine vitamin- und mineralstoffreiche Kost vor, die mit einem hohen Anteil an Proteinen und Ballaststoffen gepaart war.

Erst vor etwa 10.000 Jahren wurde der Mensch sesshaft und begann mit Ackerbau und Viehzucht. Und mit dem Anbau von Getreide standen ab diesem Zeitpunkt im großen Umfang Kohlenhydrate zur Verfügung. Paläopathologen wiesen nach, dass genau von diesem Zeitpunkt an die Menschen kleiner wurden, Hautkrankheiten und Knochen- und Gelenkentzündungen auftraten, sowie Schäden an Zähnen sich häuften.

Die genetische Weiterentwicklung unseres Verdauungsapparates konnte der Entwicklung unserer Nahrungsquellen in den letzten 10.000 Jahren nicht Schritthalten. Als frühere Sammler und Jäger sollte die genetisch programmierte Nahrungszusammensetzung eigentlich wie folgt aussehen:

  • ca. 41 % Kohlenhydrate,
  • ca. 37 % Protein,
  • ca. 22 % Fett.

Und bei den Kohlenhydraten handelt es sich nicht um die für uns bekannten verarbeiteten Getreideprodukte, sondern um Gemüse und Obst. Die heutigen Ernährungsempfehlungen weichen von diesem Ernährungsmuster deutlich ab. Und das heutige Überangebot an industriell gefertigten Lebensmitteln mit ihren oft hohen Anteilen an einfachen Kohlenhydraten verschlimmert die ganze Situation. Die Folgen unserer genetisch nicht übereinstimmenden Ernährung sind Störungen in wichtigen Stoffwechselvorgängen und hier insbesondere des Kohlenhydratstoffwechsels. Oft sind die Endergebnisse Diabetes mellitus, Übergewicht bis hin zu verschiedensten Krebserkrankungen.

Das Konzept der Logi-Methode

Die Logi Methode greift diese Steinzeiternährung auf und setzt auf eine eiweißreiche und kohlenhydratreduzierte Ernährung. Insofern ist sie keine eigentliche Diät, sondern eher eine Ernährungsumstellung. Die von Dr. Nicolai Worm für die Logi Methode entwickelte Ernährungspyramide setzt sich wie folgt zusammen:

  • 1. Stufe: Obst und stärkefreies Gemüse, gesunde Öle,
  • 2. Stufe: fettarme Milchprodukte, Eier, mageres Fleisch, Nüsse und Hülsenfrüchte,
  • 3. Stufe: Vollkornprodukte, Nudeln und Reis,
  • 4. Stufe: verarbeitetes Getreide, Kartoffeln, Süßigkeiten.

Kritik & Fazit

Aufgrund der eiweißreichen und kohlenhydratreduzierten Ernährung bleibt das ewige Auf und Ab des Insulinspiegels größtenteils eingedämmt. Bei der Logi Methode handelt es sich um eine gesunde und ausgewogene Ernährung, die sich recht einfach im Alltag umsetzen lässt. Kein Zählen von Kilokalorien oder Punkten. Es ist eine Ernährungsform, die unseren genetischen Gegebenheiten entspricht. Sie eignet sich grundsätzlich für alle Personen, die eine gesunde Ernährung anstreben und für die Zukunft den sogenannten Zivilisationskrankheiten vorbeugen wollen. Sport und Bewegung kommen bei dieser Diät allerdings zu kurz.

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